Es klingelt der Wecker, das Frühstück wird munter runtergeschlungen, die Koffer werden gepackt, denn heute geht’s auf Umwegen nach Ballstad. Doch zu allererst war Speedboat-Tour mit Start in Svolvaer angesagt.

Kurz vor 11 stiegen wir in die wollig-warmen Thermoanzüge und verwandelten uns in eine lustige Truppe Minions. Die beiden Mädels ergatterten sich die Frontplätze des RIB und die zwei Herren durften dahinter Platz nehmen. Dahinter 8 weitere Gäste + Bootsführer/Guide ans Steuer gepackt und los ging die wilde Fahrt Richtung Trollfjord. Vorbei am Flughafen, Hütten, Adlernistplätzen und Lachs-Farmen schossen wir mit gefühlt 130 Sachen durch das Meer und bekamen an kleinen Zwischenstopps noch viele Infos reingepackt:

  • Zum Beispiel, dass in den 16 Lachsfarm-Ringen zu Beginn 200.000 Jung-Lachse und bei Ernte 90.000 ausgewachsene Lachse leben, pro Ring! Drei dieser Ringe enthalten mehr Lachse als in komplett Norwegen im Jahr in der Wildnis gefangen werden. Leider griff vor drei Jahren ein gemeiner Parasit um sich und alle Bestände mussten vernichtet werden. Seit diesem Jahr ging die Zucht wieder los.
  • Oder dass die roten Fischerhütten auf arme Bewohner hindeuteten, nur die reichen Leute konnten sich die weiße Farbe an den Außenwänden ihrer Häuser leisten. Die armen Fischer mischten sich aus Fischinnereien, Fischblut und Rost selbst die rote Farbe an, Mahlzeit.

Auf dem Weg in den Fjord (und auch auf dem Rückweg) sahen wir immer wieder Seeadler ihre Kreise drehen, welche sich zum Teil von den Heringen unseres Guides anlocken ließen. Ziemlich cool zu sehen, wie das Vieh angeschwebt kommt und sich dann im Sturzflug den Fisch aus dem Wasser mopst!

Der Fjord war gigantisch, Kevin als alter Energieversorger freute sich vor allem über die zwei kleinen Turbinenkraftwerke darin, der Rest sich über die tollen Wasserfälle, Klippen, Wände und Berge.

Nach über zwei Stunden und vielen tollen Eindrücken hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen und nach einem kleinem Handvesper aus dem örtlichen Rema 1000 fuhren wir zum nächsten, von Reiseführerin Löni ausgesuchten Spot:

Hovsund, Leuchtturm und Walskelett!! Hier mussten wir ca. 1,5km um den Hafen herumlaufen, um zum Leuchtturm und dem dort angeblichen vor sich hinbleichenden Walskelett zu kommen. Der Leuchtturm enttäuschte mit seiner Größe schon von weitem, kaum größer als eine Bushaltestelle. Da sind wir von Norddeutschland aber anderes gewohnt! Doch vielmehr waren wir auf die Gebeine gespannt, sollte es uns doch bis dato verwehrt geblieben sein, lebendige Wale zu sichten.

Leider hat sich das Skelett bis auf einen Großteil des Schädels schon in alle Winde verstreut, somit blieb uns nur, Löni als Maßeinheit zu nutzen, um des Tieres volle Pracht in Metern abzuschätzen. Wir kommen auf ca. 12-14m, können uns hier aber auch verschätzen.

Egal, es gab auf dem Weg wunderbare Fotogelegenheiten, auch die Langzeitbelichtung konnte wieder ausgiebig genutzt werden.

Nächster Halt war in Eggum am weißen Strand, wo wir zwar keine runden Steine (wie angekündigt) sondern einen langen Steg aus großen Steinen (cool), ein Fischskelett (cool) und ein paar deutsche Kinder, welche bei 12° Außentemperatur eine Sand-Matsch-Burg bauten (auch cool) fanden. Nix wie weg zur…

… nächsten Unterkunft! Wir sitzen nun hier in Ballstad in einem Ferienwohnungs-Komplex, welche aus renovierten Fischerhütten direkt am Meer bestehen. Aus unserem Fenster sehen wir am Esstisch sitzend ein Wikingerschiff, es ist unglaublich schön hier. Nur der Grundbestand an Gewürzen war in unserer letzten Wohnung besser, das Knoblauchpulver wird schmerzend vermisst.

Morgen geht es weiter zu neuen Ständen und Bänden, schaut euch solang die Fotos an und staunt mit uns.

Eure Lofofoes