Croagh Patrick

Nach dem gemütlichen Schlechtwetter-Sonntag gestern mussten heute wieder ein paar Kilometer gerissen werden. Anderthalb Stunden Fahrt von Oranmore entfernt befindet sich der heilige Berg der Iren, Croagh Patrick, auf dem der ebenfalls heilige St. Patrick damals 40 Tage gefastet, eine Kapelle errichtet und mit einem Glöckchen sämtliche Schlangen Irland ins Meer warf. Halleluja, nix wie hin. Bei einigermaßen gutem Wetter machten wir uns an den Aufstieg.

Was als Wanderung geplant war, artete stellenweise schnell zur Klettertour aus, hier ging es über Stock und Stein. Eher Stein als Stock. Und über reissende Bergflüsschen. Nach knapp 2 Stunden und zahlreichen Pausen kamen wir „endlich“ auf der sogenannten Schulter (shoulder) an. Hier wäre es noch einige Höhenmeter weiter zum Gipfel gegangen, welcher in dichten Nebel gehüllt war. Genossen wir bis hier noch das schönste Sonnenwetter, beschloss die Witterung schlagartig von goldenem Oktober auf Blizzard umzustellen. Zumindest fast. Heftiger Regenguss, Graupel und Sturm bliesen uns beinahe zurück ins Tal. Innerhalb einer Minuten komplett durchnässt beschlossen wir, uns den Gipfel mit Kapelle zu schenken und traten verfroren den Rückweg an.

Talabwärts ging auch schneller, so dass wir innerhalb einer Stunde mit quietschenden Wanderschuhen zurück zum Parkplatz gerutscht waren. Flux nach Hause ins Hotel, zu einer warmen Hühnerbrühe und einer heißen Dusche. Jetzt auf der Zielgeraden können wir es uns nicht erlauben, krank zu werden. Die Klamotten und Schuhe hängen noch auf oder vor der Heizung, wir begeben uns bald ins Bettchen, da es morgen ab nach Dublin geht. Die letzten zwei Nächte in Irland werden dort ausklingend zelebriert, eventuell mit dem einen oder anderen Pub-Besuch. Davon morgen mehr wenn es wieder heißt: slainte!