Good bye Killarney Tag

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Nach vier wunderschönen Nächten in Killarney war es an der Zeit, die Koffer zu packen, um unser Lager in Oranmore aufzuschlagen. Dem Wetterbericht nach sollte heute nochmal einer der schönsten Tage werden. So machten wir uns früh auf, um noch einige sehenswerten Punkte zwischen Killarney und Oranmore abzuklappern.

Unsere erste Station war der Strand von Kilkee, dort sollte es wunderschöne Klippen geben. Uns erwartete ein traumhafter Ausblick an der Strandbucht bei Ebbe. Wir verliebten uns sofort in das schnucklige Städtchen am Meer und seinen eleganten Charme. Die kleinen bunten Häuschen umringten den kreisförmigen Strand und bildete eine sagenhafte Atmosphäre. Der Strand wurde beschlendert und die Klippen erklommen. Die Flut begann sich bemerkbar zu machen und vertrieb uns mit ihrer Gischt von dem schwarzen Gestein auf dem wir herumkletterten. Wir liefen die Strandpromenade entlang zurück zu unserem lieben Reisegefährten, unserem Dacia Duster.

Robbenlutschen fehlgeschlagen

Die Fahrt konnte weiter gehen. Wir waren schon total gespannt darauf, faule Robben am Strand von Lahinch zu sehen, die Ihre Wampe gen Sonne strecken. So schön der Name auch klingt (Lahiiintschhhh), konnte der Strand hier nicht überzeugen. Anstatt der versprochenen Robben trafen wir hier auf einen überfüllten Parkplatz während die Fahrzeuglenker sich in den 100 Surfkursen von Ben’s Surfschule gegenseitig das Meer strittig machten. 0 von 10 Punkten, die Reise ging ohne anzuhalten weiter.

Die wahrhaftigen Cliffs of Moher

Bäm! Da waren Sie, die Touriattraktion von der man oft gehört, gelesen und gesehen hat. Und ja, sie sind beeindruckend. Wahnsinn! Leider waren wir nicht alleine, da Samstags bei schönem Wetter ganze Busse voll Touristen angekarrt wurden. Ein weiteres Manko waren die unendlich vielen Fliegen, da sich direkt hinter den Pfaden glückliche Kühe wälzten, deren Dung einiges an Mücken anzog. Mehrmals hatten wir Angst, von einem Schwarm verschlungen oder über die Klippenkante gestoßen zu werden. Aber nichts hielt uns davon ab, die gigantumösen Cliffs zu bewundern. Andere Touristen bewaffneten sich mit Sonnenbrillen und Schal-Mundschutz um sich gegen die lästigen Flugobjekte zu wehren.

Dort oben schnabulierten wir erst einmal unser „Frühstück“ (es war ca. 16:30 Uhr). Die Aussicht auf die Klippen und das Meer war einfach unbeschreiblich. Ein Wahnsinns Gefühl da oben zu stehen, die raue Seeluft einzuatmen und dem Knallen der Wellen zu lauschen, die immer wieder gegen die kalten Wände der Cliffs schlugen. Es ist teils beängstigend die ganzen Menschen so nahe am Klippenrand zu beobachten. Aber wenn man sich selbst an den Klippenrand stellt oder setzt und die Atmosphäre einfach auf sich wirken lässt, alles um einen herum vergisst, fühlt man sich einfach nur frei. Die Sonne brach kurz hinter ihren Wolken hervor und setzte die Cliffs of Moher in ein wunderschönes warmes Licht. Der Anblick einfach sensationell! So schnell sie gekommen war, umso schneller kroch sie wieder hinter ihre dicken fluffigen Wolken zurück. Zeit zum weiterfahren.

Poulnabrone-Dolmen Tag 6

Die Landschaft wurde immer rauer und steiniger als wir gen Norden fuhren. Die Bäume wurden knorriger und verebbten auf einmal in der kargen Landschaft. Nur noch Büsche und kahle Sträucher wucherten aus dem Boden heraus, da tauchte das tausende Jahre alte Denkmal vor uns auf. Nicht groß, aber auch nicht zu übersehen.

Ein Traum aus Gestein in einer Landschaft aus Stein und grasenden Kühen. Ein Wedge-Tomb (irrtümlich Portal-Tomb), das wahrscheinlich zwischen 3800 und 3200 vor J-C erbaut wurde. Einfach gigantisch wie die Menschen so etwas aufeinanderstapeln konnten bei ca. 1,5 Tonnen Gewicht. Ausser uns war zu diesem späten Zeitpunkt keine Menschenseele mehr vor Ort, so dass wir die Magie des Ortes ganz für uns alleine hatten.

Dann kam noch die untergehende Sonne zwischen den Wolken hervorgekrochen und hüllte den Moment in ein wunderschönes Licht. Petrus war uns heute wohl gesonnen, danke! Die Stille die uns umgab wurde von unserem „Oh mein Gott!“und „Wie wunderschön ist dass denn?!“ unterbrochen. Wir waren in diesem Moment an einem ganz anderen Ort. Irland hatte uns nun komplett in seinen Bann gezogen. Auch hier entschieden wir uns unserer Regel des Glücks entgegenzukommen, und leckten „genüsslich“ am alten Stein. Viele werden wohl denken „wie widerlich!…“ Ja und? Interessiert uns nicht. Hier geht es ums Prinzip etwas zu tun, was kein Anderer tut. So etwas verbindet und bleibt im Gedächtnis.Und wer kann schon behaupten, einmal ein Denkmal gekostet zu haben? 🙂

Einchecken in der Oranmore Lodge

Nach diesem perfekt getimten Tag freuten wir uns sehr auf unsere neue 3nächtige Bleibe, das Oranmore Lodge Hotel. Wow, was für ein Laden! Ein bisschen abgelegen findet man dieses wunderschöne Hotelschloss mit riesigem Parkplatz und „Leisure Center“ am Rande von Oranmore. Ein richtig nobler Laden, wie zwei Bauerntrampel kamen wir müde und abgehetzt in diesem Traumhaus an. Eine Dusche machte uns wieder zu Menschen und zwei leckere Pizzen im Barbereich stillten unseren Hunger für diese Nacht. Nachdem wir heute auf dem Weg schon sehr viele Punkte unserer Liste abhaken konnten, freuen wir uns auf entspannte, spontane Tage in Oranmore. Stay tuned, gute Nacht und: slainte!