Rossbeigh Beach Tag 4

Heute wurden wir freundlicherweise nicht vom Feuermelder geweckt. Wir erwachten um Punkt 8:00 Uhr morgens von selbst aus unseren süßen Träumen. Der Tag begann wie gewohnt bei Lidl, bei dem wir uns mit schmackhaften Leckereien eindeckten (Sandwiches und Schokobons). Unser erstes Tagesziel war der Strand von Rossbeigh, an dem sich ein atemberaubendes Schiffswrack befinden sollte. Es war atemberaubend klein. Tag 4

Dieses Wrack war einst ein Schoner, der von Zeit zu Gezeiten immer mehr im Meer verschwand. Heute sind nur noch ein paar üppige Pfosten davon übrig geblieben. Nichtsdestotrotz entwarfen wir die folgende Regel: Wer einmal an diesem sich-mit-der-Zeit-auflösenden-Kunstwerk leckt, der hat an diesem Tag besonders viel Glück … und eventuell Herpes. Es war gar nicht so salzig als wir dachten …! Als wir über den lilafarbenen Strand zurück zum Auto gingen, stieg langsam die Flut an und wir mussten uns etwas sputen. Schließlich lagen noch weitere Ziele heute für uns bereit.

Der Wild Atlantic Way führte uns durch das wunderschöne Killorglin entlang der Küste der Halbinsel Dingle bis zu einem der westlichsten Punkte Irlands. Dem unaussprechlichen Coumeenoole. Wir fühlten uns wie am Ende der Welt. Hier trennt uns nur noch das Meer vom weit entfernten Amerika. Umringt von Wellen, Bergen und Schafen erfüllten wir einer Freundin ihren seligsten Wunsch: ein Patenschaf Namens Jeannine. Leider sind die Schafe in Irland sehr scheu und haben nicht unbedingt große Lust von kleinen Deutschen gestreichelt zu werden. Ein anderes Patenschaf wurde heute aus weiter Entfernung Sarah getauft.

Nach der schweißtreibenden Schafjagd fuhren wir auf Trampelpfaden zurück nach Dingle um uns dort in Ruhe das Städtchen anzusehen und gemütlich zu dinieren. Dingle ist ein wunderschöner Flecken Erde mit einem kleinen Hafen, bunten Häusern und tiefhängenden Fischgeruch. Aber das ist genau das, was es ausmacht. Wir spazierten durch den Hafen und merkten immer mehr, dass Dingle ein kleiner Touristenort ist. Immer öfter hörten wir das Gesäusel Deutscher Urlauber. Leider waren wir zu spät für die Delphintour, in der uns garantiert werden würde, Fungi den Delphin, der in der Bucht von Dingle lebt sehen zu können. Schade. Tag 4

Nichtsdestotrotz schlenderten wir weiter und wurden Zeugen eines Heiratsantrags direkt an der Kaimauer des Hafens. Daraufhin verschlag es uns zur Kirche von Dingle und ihre verschiedenen Gärten. Die Zeit verstrich wie m Flug. Unsere Mägen rebellierten bald schon und wir suchten uns schleunigst ein heimeliges Restaurant, in dem wir einen Teller Muscheln aus der Bucht von Dingle vernaschten und uns zum Nachtisch noch ein Black Angus Steak gönnten.

Nach diesem leichten Abendessen bei Felton’s ging es zurück ins Hotel, um Schlaf für anstehende Abenteuer zu finden. Der Heimweg war dunkel, und wenn es in Irland ausserorts dunkel wird, dann wird es richtig dunkel. Um halb 8 ist hier Zappenduster, wie der Schwabe sagt. Da Irland zum größten Teil aus Weideland besteht, befinden sich die Wohnhäuser in alle Himmelsrichtungen verstreut. Ab und an sieht man einmal ein Haus leuchten, aber der Rest wird von der Dunkelheit verschluckt. Dank der reflektierenden Fahrbahnmarkierung kamen wir trotzdem gut im Hotel an.

Gute Nacht und Slainte!